Die Sprache der Götter
Erklärungen zu SANSKRIT

Sanskrit ist die Kult- und Kunstsprache des alten Indien. Von Sanskrit und Prakrit stammen Hindi, Bengali, Marathi, Gujarati und andere heute in Indien gesprochene Tochtersprachen des Sanskrit ab. Die Sprache Urdu, die von vielen Mohammedanern in Indien gesprochen wird, ist Hindi mit Beimengungen von persischen und arabischen Worten, nur die Schrift ist verschieden, sie wird von rechts nach links geschrieben wie das Hebräische und nicht von links nach rechts wie die indogermanischen Sprachen. Urdu bedeutet eigentlich Sprache der Basare und des Marktes.
 

Ahankara
Das (falsche) Ich. Das sich als eine Einheit, eine Person wissen, fühlen, erleben (eine Schicht der feinstofflichen Hülle)
Asura
Das Wort 'Asura' wird häufig mit 'Dämon' übersetzt. Es bedeutet jedoch:
1) Keine innere Haltung haben und nur von ständig wechselnden Trieben und Lüsten hin- und hergeschleudert zu werden. 
2) Nicht auf die Sastras (vedische Schriften) und nicht auf Gott ausgerichtet oder gestützt zu sein. 
Atma (Atman)
Das Selbst, die ewige unzerstörbare innere Gestalt jedes Wesens ("Seele")
AUM oder Om (Omkara)
Die Ursilbe. Die Laute A und U verschmelzen sehr oft zu dem Laut O. Gesungen klingt die Silbe stets AUM. Die ganze Silbe bedeutet den vierten Zustand, den sogenannten Turiya-Zustand, das ist ein Zustand der Vollwachheit, welcher Wachen und Träumen und Schlafen durchdringt, zu dem sich unser Wachen bloss wie ein Traum verhält. 
Avatara
Wörtlich: Der Herabsteigende, eine in die Welt herabgestiegene Gestalt Gottes. 
Citta
Das rein rezeptive, passive Bewusstsein und Unterbewusstsein (eine Schicht der feinstofflichen Hülle).
Bhagavad-gita
Wörtlich: Gesang des Erhabenen, Gesang Gottes. 
Bhagavan, Bhagavat
Der Erhabene, der Besitzer aller Füllen:
1. Der persönliche Gott in seiner Fülle; Krsna wird in der Bhagavad-gita ständig Bhagavan genannt, 
2. Ehrentitel höchster Weiser und Gottgeweihter.
Bhagavata, Bhakta
 Ein Gottgeweihter.
Bhakti
Dienende liebende Hingabe.
Brahma
Der Weltschöpfer, Der erste Sänger und Dichter (adikavi). 
Brahmana
Ein Angehöriger der höchsten der vier vedischen Gesellschaftseinteilungen, ein Geistesmensch, ein Geistträger oder Kenner des Brahman; Priester und Lehrer, die der Gesellschaft transzendentale Führung geben. 
Wahrhafte Brahmanas werden in der Schrift die "Erdengötter" genannt. 
Buddhi
Intelligenz, Vernunft (eine Schicht der feinstofflichen Hülle).
Dasa
Diener
Deva
1.) Der Leuchtende, ein Name Gottes. Von 'div', scheinen, leuchten, strahlen.
2.) Die Devas, Halbgötter, Lichtwesen, angeführt vom Himmelskönig Indra. Sie gelten als hohe Wesen (Atmas), die aber den Leidenschaften und dem Kreislauf der Geburten und Tode unterworfen sind. 
Devi
Die weibliche Form von Deva. 
Wenn man in Indien von der Devi ohne weiteren Namen spricht, ist stets die grosse Göttin, die Maya gemeint.
Dharma
Gesetz, Recht, Wesensgesetz, Ethik, gesetzhaft geregelte Religion. Von 'dhr', halten, der Dharma, durch den das Weltall gehalten wird. 
Durga
Name der Maya, von 'durga', Gefängnis. Die Herrin über das Gefängnis, welches das Universum darstellt. 
Ganga
Der heilige Strom Ganges. 
Gopis
Die Hirtinnen in Vrndavana, die ewigen Gefährtinnen Krsnas; Bhaktas höchsten Ranges.
Die Gopas, Hirten und die Gopis werden als die ewigen Gefährten Krsnas angesehen, die mit Ihm aus Seinem inneren Reich zur Erde herabgestiegen sind und zur Zeit Caitanyas nochmals mit Ihm hinabstiegen.
Gunas
Die 3 Erscheinungsweisen der materiellen Energie, der Maya-sakti.
1. Sattva: Tugend, Reinheit.
2. Rajas (Rajah): Leidenschaft; das aktive, rastlose Prinzip.
3. Tamas (Tamah): Unwissenheit, Traegheit oder Dunkelheit.
Guru
Der geistige Lehrer oder Meister, von 'guru', schwer, bedeutend, ausgezeichnet.
Hare
Die vokative Form von Hara, Sri Radha.
Die vokative Form von Hari, ein anderer Name Krsnas.
Isa
Herrscher, Gott, von 'is', herrschen, regieren.
Jiva, Jivatma
Der verkörperte Atma.
Jnana
Theoretisches transzendentales Wissen und Unterscheidungsvermögen. Bezieht sich vor allem auf das Wissen von Atma und Brahman.
Kala
Die unüberwindliche und unerbittliche Zeit. Denen, die Gott nicht lieben, erscheint Er in der furchtbaren Gestalt der allwaltenden und alles verschlingenden Zeit.
Kali
(m) Der Herr des finsteren Zeitalters, wörtlich: Streit, Zwietracht, Heuchelei, Krieg.
(w) Die Göttin Durga, die Kerkermeisterin, eine der Gestalten, in welchen sich Gottes Macht, die Maya, offenbart.
Kaliyuga
Das eiserne Zeitalter, das finstere Zeitalter der Zwietracht und Heuchelei.
Gemäss vedischer Zeitrechnung (siehe "Vedic Cosmography and Astronomy" von Richard L. Thompson) begann das Kaliyuga (nach gregorianischem Kalender) am 18. Februar 3102 vor Christus mit dem Weggehen Sri Krsnas von der Erde und es dauert noch ca. 426'900 Jahre.
Karma
Schicksal, das durch die unentrinnbaren Folgen der Taten in früheren Leben herbeigeführt wird. Jede Handlung oder Unterlassung erzeugt eine entsprechende Reaktion, die sich im Laufe der fortgesetzten Verkörperungen in Form von Glück, Leid oder einer Mischung der beiden auswirkt.
Krsna (Krishna)
Die göttliche Urgestalt, die Persönlichkeit Gottes in ihrer Fülle. 
Krsna-Caitanya
Der 'verborgene Avatara des Kaliyugas,' der wiedergekehrte Krsna.
Krsna-Caitanya bedeutet wörtlich: Der das Bewusstsein von Krsna, von Gott, in den Herzen erweckt.
Ksatriya
Die verwaltende Gesellschaftsschicht. Dazu gehören Regierungsmitglieder, Polizei und Militär. 
Mahatma
Grosser Atma, grosse Seele. 
Ehrentitel von Weisen und Gottgeweihten. Ohne weitere Namensbeifügung bedeutet es in unserer Zeit zumeist Mahatma Gandhi.
Mantra
Lebendiges Wort, den Atma erweckendes Wort. Der Mantra gilt als eins mit jenem Aspekt Gottes, der durch den Mantra angerufen wird. Die Essenz des Mantra ist immer ein Name Gottes. 
Mathura
Die Honigstadt, uralte Stadt am Strome Yamuna, "Geburtsort" Krsnas.
Manas
Das Gefühl, der Wille, Verstand oder Geist (eine Schicht der feinstofflichen Hülle) 
Maya
Die Macht Gottes, die Herrscherin über die Welt des Messbaren, die Gott verhüllende Kraft, die Magd Radhas, der Schatten Radhas. Das Wort Maya wird abgeleitet von 'ma', messen.
Mukti
Befreiung von den Weltenfesseln, dem Weltenleid und dem Zwang der Wiedergeburt. 
Narada
Genannt der göttliche Rsi. Er gilt als Sohn Brahmas, des Schöpfers, und ist ein Gottgeweihter, der, wie man sagt, immerdar mit seiner Vina die Welten von Zeit und Raum durchwandert, um den Lebewesen Gottesliebe zu schenken. 
Narasimha oder Nrsimha
Löwenmensch oder Geistlöwe, Avatara Gottes, beschrieben mit Menschenleib und Löwenhaupt. Seine Verehrung ist sehr alt. Er wird dafür gepriesen, dass er mit Seinen diamantenen Klauen den Schleier der Maya hinwegreisst. Sein Erscheinen wird sehr ausführlich im siebten Buch (Canto) des Bhagavata-purana geschildert. 
Paramatma
Der höchste Atma, der Atma aller Atmas, die Weltseele, die Überseele; Gott, der Sich in diesem Aspekt im Herzen aller Wesen und in jedem Atom befindet.
Prakrti
Die Gesamtheit der sichtbaren und unsichtbaren Materie, bestehend aus den acht Stoffen: Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther, Geist (Manas), Intelligenz (Buddhi) und falsches Ego (Ahankara).
Pralaya
Weltauflösung.
Prasada
Die Barmherzigkeit Gottes. Die sakramentale Opferspeise, das heisst jedes Mahl der Bhaktas; von 'sad', sitzen, nahe bei Gott sitzen.
Prema
Selbstlose spontane Gottesliebe.
Purusa
Wörtlich: Herrscher.
Purusottama
Wörtlich: Höchste Person.
Radha
Die Freude Gottes als Gestalt in Gottes innerem Reich, von 'radh', liebend verehren. Sie offenbart sich auf Erden als eine der Gopis, namens Radha.
Rama
Wörtlich: Der Freudegeber, Quelle aller Freude.
Rsis
Die Urlehrer der Menschheit.
Samsara
Die Wandelwelt, die vergängliche Welt des immer erneuten Geborenwerdens und Sterbens. Das Rad der Wiedergeburt, der Kreislauf von Geburt und Tod.
Sakti
Die Macht (Energie oder Kraft) Gottes, von 'sak', können.
Sarasvati
Einer der sieben heiligen Ströme Indiens. Sarasvati heisst auch Sprache, Stimme, Gelehrsamkeit.
Siva
Auch Rudra, oder Mahadeva, d. h., der "grosse Gott", genannt, der Herr der Yogis, der den Schleier der Welt hinwegnimmt.
Sri
1. Reichtum, Heiligkeit, Reichtum an Liebe.
2. Beiname Laksmis, der Göttin des Reichtums.
3. Beiname Radhas.
4. Wort, das den Namen verehrungswürdiger Personen und Schriften vorangesetzt wird.
Sudra
Angehöriger der vierten der vier vedischen Gesellschaftseinteilungen. Handwerker, Arbeiter, Angestellte der drei anderen Gruppen.
Suka
Der Sohn Vyasadevas, der Sprecher (Sänger) des Bhagavata-puranas; wörtlich: Papagei. Suka sang nach, was ihm der Vater vorgesungen hatte.
Svami
Meister oder (Be)Herrscher seiner Sinne, auch Gosvami;
einer, der sein ewiges Selbst (sva) kennt;
einer, der das Selbst besitzt oder danach strebt, es zu besitzen;
ein Mönch, der den Drang des Redens, des Zornes, des Geistes, des Magens, des Genitals und der Zunge beherrscht.
Upanisad
Geheimlehre, die als Essenz des Veda gilt, von 'sad', sitzen, nahebei sitzen, nahe dem Guru sitzen, der die geheime Weisheit dem begierigen Schüler mitteilt.
Vaisya
Die dritte der vier vedischen Gesellschaftsschichten; die Gruppe der Händler, Bauer. 
Vasanas
Eindrücke von Lust (Zuneigung) und Hass (Abneigung) im Citta, die aus vielen verschiedenen Leben stammen. Man unterscheidet zwischen:
1. Sat-Vasanas: Sattvahafte Eindrücke, die - ohne dass man sich darüber bewusst ist - in uns aufsteigen und uns inspirieren, uns selbst mit sattvahaften Dingen und Tätigkeiten zu beschäftigen.
2. Asat-Vasanas: Rajas- und tamashafte Eindrücke, die unser falsches Ich-Bewusstsein stärken und die nicht zur Befreiung (Mukti) des Atma führen.
3. Bhakti-Vasanas: Alle Eindrücke im Citta, die aus der regulierten Hingabe (Sadhana-Bhakti) stammen. Diese Bhakti-Vasanas sind ein kostbares Gut, denn sie gewähren dem Atma eine erneute Geburt als Mensch und dadurch eine neue Gelegenheit zu noch liebevollerem Gottdienen.
Veda
Das heilige Wissen. Von 'vid', wissen. Der Veda gilt als 'apauruseya', übermenschlich. Das heilige Wissen ist ewig, es existierte schon vor der Schöpfung und es wird auch nach der Vernichtung aller Universen weiterbestehen.
Visnu
Wörtlich: Der Alldurchdringende. Der die Welt erhaltende und tragende und beschirmende Aspekt Gottes. 
Yajna
Opfer.
Yamuna (heute Yumna)
Heiliger Strom, entspringt im Himalaja und vereinigt sich bei Prayag (Allahabad) mit der Ganga (Ganges).

Noch mehr Informationen zu Sanskrit: http://www.yoga-galerie.de/sanskrit.htm