7.Tag/ Freitag/ 1997-10-24

India-Tour 1997

Jodphur

Um 5 Uhr morgens erreichten wir Jodhpur. 'Wieder einmal waren meine Schuhe ewig weit nach vorne gerutscht und somit unauffindbar. Zum Glück sind die Inder ja so nett... In Jodhpur ließen wir uns gleich mit zwei Rikschas zum Megh Niwas Guesthouse bringen. Leider mußten wir den Empfangsboy aufwecken. Nach einigem Verhandeln bekamen wir ein Doppelzimmer für 350 RP und ein Dreierzimmer für 550 RP. Jetzt bleibt nur zu hoffen, daß wir das nur für 1 Nacht zahlen müssen.

 
Nach ein paar Stunden Schlaf machten w ir uns auf den Weg zum Tourist Office. Nach ein paar Versuchen fanden wir es sogar. Wir buchten gleich Bustickets nach Jaisalmer. Morgen um 13 Uhr geht es weiter.

 
Im Tourist Office, das gleichzeitig ein Hotel ist, konnten wir auch Geld tauschen. Dafür wurden wir nach dem Essen, das mal wieder sehr abenteuerlich war (Sprachschwierigkeiten, viele Speisen nicht vorhanden usw.), in eines der Hotelzimmer geführt. Angeblich war der eine von der Bank. Wenn das mal kein sogenannter Schwarztausch war...


Danach bot uns der Vermittler an, eine Taxitour zu den Sehenswürdigkeiten von Jodhpur zu machen. 300 RP, aber dafür mit einer Nobelkarre.


Zuerst fuhren wir zum Palast, der 1992 vom Maharja Unaid Singh als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme gebaut wurde. Der eine Teil ist heute ein Museum (200 RP für 5 Personen), im anderen Teil befindet sich ein Luxushotel, in dem die Nacht 250 DM kostet und im dritten Teil wohnt die Mutter des heutigen Mahardjas.

Im Museum sah man Porzellan, Uhren, Jagdtrophäen usw. Alles sehr luxuriös. Danach ging es weiter zum Mehrangarh Fort (Eintritt 50 RP pro Person).
Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf die blaue Stadt Jodhpur. Fast alle Häuser sind blaugestrichen. Jodhpur ist die Hauptstadt von Merwar (= Land der Toten). Das Fort wurde 1489 gebaut. Die Fassaden schauen wie Holzschnitzereien aus, sind aber aus Stein. Bevor wir das eigentliche Fort betraten, wurden wir mit Trommelklängen begrüßt. Das klang sehr schön in den alten Mauern.
 

Am Eingang befinden sich links und rechts Handabdrücke der Frauen, die ihren Mann in den Tod folgten und sich bei lebendigem Leibe verbrennen ließen. Auch hier gibt es ein Museum. Jede Menge Bilder, Sänften jeglicher Art, Möbelstücke des Maharadjas, enge, verwinkelte Gänge etc. Wenn man durch den angrenzenden Garten läuft, kommt man an eine tolle Aussichtsplattform, von wo man wieder die blauen Häuser von Jodhpur bewundern kann. Hier gibt es einen kleinen Hindutempel. Sogar 2 Deutsche trafen wir dort.
Nach dem Fort brachte uns der Taxifahrer zum Jaswant Thada Denkmal, das 1895 für einen verstorbenen Maharadja errichtet wurde. Leider waren wir etwas zu spät dran, so daß wir nicht mehr reindurften. Aber auch von außen war es sehr schön. Wir saßen an einem kleinen See und lauschten den Klängen eines Vina-Spielers. 
Als auch die letzten Touristen und Musikanten das Denkmal verlassen hatten, brachte uns der Fahrer ins Hotel zurück und wir verbrachten die Zeit bis zum Abendessen mit Postkartenschreiben.

 
Gegen 20 Uhr ließen wir uns von einer Rikscha für 20 RP zum Clock-Tower fahren, liefen dort ein bißchen rum und wurden sofort wieder in ein Geschäft bugsiert. Wie immer wurden uns Bettdecken gezeigt, Tücher, Schmuck usw.
Bernd H. kaufte gleich zwei handgestickte Bettüberwürfe für je 100,- DM und auch Dieter und André ließen viel Geld in dem Laden. Nach über einer Stunde waren wir wieder draußen. Ein Stückchen liefen wir zu Fuß. Auf der Straße saßen einige Bettler vor einer Mauer. Ich sah, daß der eine einen Hund vor sich hatte, dem er eine Plastiktüte darübergestülpt hatte. Als der Hund nur noch schwach zuckte, verpaßte er ihm noch einen Schlag ins Genick. Scheinbar gab es bei denen Hund zum Abendessen. Die Szene wirkte irgendwie gespenstisch und unwahr.

Wir  ließen uns von einer Rikscha ins Restaurant Kalingha bringen. Das ist ein indisches Nobelrestaurant. Wir bekamen ein super Essen für 680 RP (insgesamt). Vor allem mein Shaheer Paneer war gigantisch. Danach wollten die andern noch an einem Stand Chai trinken, aber Bernd und ich wollten lieber Spazieren gehen und zum Guesthouse laufen. Leider oder zum Glück liefen wir in die falsche Richtung und als wir recht hilflos herumstanden hielt plötzlich ein Fahrradfahrer neben uns und fragte, wo wir denn hinwollten. Es stellte sich heraus, daß es unser Bekannter vom Bus war. Er lud uns zu seiner Familie ein. Dort bekamen wir Tee und Knabbersachen vorgesetzt. Uns wurde alles gezeigt. Die ganze Familie, einschließlich Neffen, Brüder, Schwägerinnen etc. waren anwesend. Wir wurden in die Küche geführt, ins Schlafzimmer vom Vater, man erklärte uns die Götter. Es war phantastisch. Morgen früh wollen wir uns auch die Gebet-zeremonie um 7.30 Uhr bei ihnen anschauen. Zum Schluß wurden wir sogar mit dem Auto nach Hause gebracht. Zuerst wußten sie auch nicht, wo unser Guest House ist, da sie den Namen nicht kannten, aber sie gaben sich total viel Mühe und gemeinsam fanden wir es letztendlich doch noch heraus. Morgen wollen wir um 6 Uhr aufstehen.

 

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