5.Tag/ Mittwoch/ 1997-10-22

India-Tour 1997

Udaipur

Gegen 6 Uhr machten wir eine 20-minütige Teepause. Der Tee war zuckersüß. Bei jedem Stop mußte man seine ausgezogenen Schuhe suchen, da durch die Holperei alles um mindestens 3 Meter nach vorne gerutscht war. In der Nacht hatten sich einige Leute einfach auf den Mittelgang zum Schlafen gelegt.

 
Um 6.30 Uhr ging die Sonne auf. Es war phantastischer Anblick. Leider hatten wir von den Städten Surat und Ahmadabad nur ganz wenig mitbekommen, weil es dunkel war. Die aufgehende Sonne mit dem Morgenrot tauchte die ganze Landschaft in ein wunderschönes Farbenmuster: grau, blau, violett, rosa, rot usw. Dazu noch die indische Musik aus den Buslautsprechern - es war einfach ein unbeschreiblicher Augenblick. So stellte ich mir Indien vor!
Um 9.30 Uhr erreichten wir endlich Udaipur. Udaipur liegt in Rajasthan. Wir strotzten alle vor Dreck. An der Haltestelle wurden wir gleich von Rikscha-Fahrern angesprochen, die uns zu irgendeinem Hotel bringen wollten.

Da Mario uns den Tip mit dem Lake Palace Hotel gegeben hatte, bestanden wir darauf, erst einmal dorthin zu fahren. Dort angekommen mußten wir allerdings feststellen, daß sich die Preise etwas über unserem Preisniveau befanden. Unter 200 Dollar bekam man kein Zimmer. Ich fragte noch nach dem Tourist Office und dann ließen wir uns doch von dem Rikscha-Fahrer für 25 RP zu seinem empfohlenen Hotel Mahendra Prakash bringen.

 
Ein Doppelzimmer kostete 300 RP, mit Ventilator, Klimaanlage und Badezimmer. Alles wirkte sehr sauber. Also blieben wir. Als nächstes machten wir uns auf den Weg zum Tourist Office. Dort erkundigten wir uns nach den Busverbindungen. Dann schickte man uns zu einem Travel Agency, von wo aus wir dann unser Ticket nach Jodhpur für 80 RP (pro Person) kauften.

Danach spazierten wir durch Udaipur. Die Stadt ist wesentlich schöner und sauberer als Bombay. Es gibt auch nicht so viele Bettler. Aber dafür lief einer mit offener Hose rum, wo man jedes kleinste Detail sah. Wir kamen in eine Demonstration der Labour Partei. Überall laufen Kühe und Ziegen rum. Die Kinder sind total süß und freundlich.

 
Nach dem kurzen Ausflug aßen wir im Hotel irgendein Reisgericht, was zum Glück gar nicht scharf war. Ich trank ein Lassi Lemon. Danach relaxten wir erst ein bißchen und um 16.45 Uhr brachen wir mit Khalu, dem Rikscha-Fahrer auf, um den Monsunpalast Saijan Garh auf dem Berg zu besichtigen.

Die Aussicht war bombastisch. Allerdings mußte unsere Rikscha zweimal anhalten, da der Weg so steil war. Der Saijan Garh war der Monsunpalast des Königs bis vor 50-60 Jahren und ist 200 Jahre alt. Bis auf einen Tisch mit Funkgeräten stehen alle Räume leer.
Der Eintritt betrug 10 RP. Der Sonnenuntergang war auch sehr schön. Die Tour kostete uns 220 RP. Khalu erzählte ein paar Witze. Sein Englisch war wirklich sehr gut.

 

Kurz vor 19 Uhr waren wir wieder beim Hotel. Die Landschaft ist hier auch wesentlich schöner als in Bombay - alles grün und es gibt sogar öffentliche Toiletten.

 
Gegen 19.30 Uhr wollten wir Abendessen gehen, in das Restaurant, das uns Khalu empfohlen hatte. Vorher blieben wir aber noch in einem Stoffgeschäft hängen.

Wir kauften ein wie die Weltmeister. Zwei Saris für 1150 RP, Tücher, die Jungs sich ein Seidenhemd und Tücher. Ich vermute, daß die heute das Geschäft ihres Lebens gemacht hatten. Wir waren in einem richtigen Kaufrausch, weil alle Stoffe so schön waren und unter all den schönen Sachen etwas auszuwählen, war gar nicht so einfach.


Nach unserer Einkaufsorgie gingen wir in das Restaurant und unsere Freßorgie begann. Als erstes bekamen wir Wasser, dann jeder ein Tablett mit Vertiefungen, Chapati, Salat, etwas Süßes und dann lauter verschiedene Soßen, Fleisch, Gemüse usw. Zum Schluß noch Reis. Das Zeugs war teilweise höllisch scharf. Aber mit der Zeit gewöhnte man sich sogar daran. Kaum war ein Schälchen leer, wurde es wieder aufgefüllt, bis wir pappsatt waren und mit Handzeichen deuteten, daß ein weiteres Auffüllen nicht mehr nötig wäre. Der Spaß kostete inkl. Getränke nicht mal 15 DM für uns fünf. Khalus Empfehlung war echt klasse. Vor allem waren nur Inder und kein einziger Tourist in dem Restaurant. Gegen 22.30 Uhr waren wir mit dem Essen fertig. Leider hatten die Geschäfte nun schon geschlossen. Also Nachtruhe.

 


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