2.Tag/ Sonntag/ 1997-10-19

India-Tour 1997

Paris -> Bombay

Der Weckruf klappte tadellos. Allerdings war ich schon gegen 5 Uhr wach. Um 7.30 Uhr stürzten wir uns auf das Frühstücksbuffet. Es gab alles, was das Herz begehrte. Total voll gefressen standen wir um 8.30 Uhr abfahrbereit vor unserem Hotel, stiegen in den ersten Bus und fuhren zum Flughafen. Allerdings hielt der Bus vor lauter anderen Terminals und nicht vor unserem A2 Gate. Zu guter letzt landeten wir um 9 Uhr wieder vor unserem Hotel Mercure. Wir stiegen in einen anderen Bus und kamen dann endlich an unser richtiges Gate.

 
Das Einchecken ging sehr schnell und wir konnten direkt in unsere Boarding Hall gehen. Sogar das Flugzeug stand schon zum Einsteigen bereit bzw. der Spezial-Bus, bei dem der Fahrer in der Mitte sitzt und man die Höhe verstellen kann. Endlich saßen wir im Flugzeug nach Bombay. Und da saßen wir auch noch länger, da wir schon über 30 Minuten Verspätung hatten.

 
Und das war erst der Anfang. Zwischen 0 und 0.30 Uhr landeten wir in Bombay. Vorher lernten wir im Flugzeug noch einen netten Inder kennen, der in den USA lebt und nun seine Familie besucht.


Am Flughafen in Bombay herrschte Chaos. Zuerst mußte man sich in eine lange Schlange einreihen. 3 waren für Inder gedacht und 2 für Visitors. Während des Wartens lernten wir wieder einen Inder kennen, der eigentlich nun Brite ist. Nach ein paar netten Worten mit dem Immigration-Officer gingen wir direkt zum Gepäckband, um unsere Rucksäcke abzuholen. Bernds Rucksack kam zuerst. Nach 30 Minuten auch der von Dieter und André. Der von Bernd H. und meiner erschienen gar nicht auf dem Band. Dafür kam eine Frau, die uns mitteilte, daß unsere Rucksäcke in Zürich wären und wir frühestens morgen damit rechnen könnten. Ganz toll ! Wir füllten ein paar Formulare aus und zogen dann ab.

 
Das Geldumtauschen verlief problemlos. Dafür war die Sache mit dem Pre-paid Taxi schon nicht mehr ganz so einfach. Wir buchten zwei Taxis. Dieter und André haben gleich ihr Taxi gefunden und waren im Nu weg. Unser Fahrer brauchte noch eine Weile, dann fuhren auch wir los. Schon beim Anlassen hätten wir stutzig werden sollen, denn der Motor gab recht merkwürdige Geräusche von sich. Nach 500 Meter fuhren wir auch gleich zu einer Tankstelle und dann endlich Richtung City. Plötzlich ruckelte und zuckelte das Taxi ein bißchen und auf einer Brücke kamen wir dann endgültig zum Stehen. Im Nu bildete sich eine Menschentraube um uns, aber leider sprach nur einer davon ein bißchen Englisch. Unser Fahrer leider überhaupt kein Wort. Es entstand eine hitzige Debatte, denn Ersatztaxis fanden sich genug, aber keiner, der umsonst fahren wollte, denn wir sahen auch nicht ein, warum wir ein zweitesmal bezahlen sollten. Nach 20 Minuten fuhren wir dann doch wieder mit unserem Taxi weiter, nachdem wir es ein paar Mal angeschoben hatten und der Fahrer mit einem Schraubenschlüssel unter der Motorhaube herumgefuchtelt hatte. Nach weiteren 20 Minuten blieben wir aber erneut stehen und als dann Qualm unter der Motorhaube und an der Innenkonsole hervorstieg und sich ein unangenehmer Geruch breitmachte, verließen wir blitzartig mit unserem Gepäck das Taxi. Die Gegend sah nicht sehr vertrauenserweckend aus. Überall lagen schlafende Leute auf der Straße, Ratten huschten zwischen Abfallhaufen und den Leuten durch. Die Straßen waren nur spärlich erleuchtet und wir hatten leider keinen Stadtplan und überhaupt keine Idee, wo wir nun eigentlich waren und wie weit unser Hotel noch weg war. Zumindest stand ein Ersatztaxi bereit. Zwar sprach der Fahrer auch kein Englisch und hatte absolut keinen Plan, wo wir überhaupt hinwollten, aber wenigstens saßen wir in einem Taxi, das funktionierte. Als wir am Hotel Taj Mahal vorbeikamen wußten wir, daß wir uns zumindest schon mal in der richtigen Gegend befanden. Auch hier lagen die Leute mit Zeitungen und Decken auf der Straße, Männer pißten einfach irgendwohin.

Irgendwie reichte es mir und ich wäre am liebsten gleich wieder nach Hause geflogen, denn ich hatte wenig Hoffnung, daß unser Gepäck noch ankommt. Wenigstens waren alle Inder sehr hilfsbereit. Wenn auch die wenigsten, die unser Taxifahrer nach dem Weg fragte, Englisch sprachen und auch kein Mensch wußte, wo unser Bentley´s Hotel lag. Der eine schickte uns rechts herum, der nächste links. Nach einigem Herumirren fanden wir dann doch tatsächlich eine Oliver Road (keine Oliver Street wie im Reiseführer angegeben war) und unser Hotel war dann auch gleich gefunden. Der Portier war sehr überrascht, uns zu sehen. Die Rezeption dient gleichzeitig als Schlafzimmer. Andre und Dieter waren schon eine Stunde vor uns da. Unser Zimmer hat sogar ein Badezimmer, Fernseh und Telefon. Um 4 Uhr lagen wir endlich im Bett.

 


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