15.Tag/ Samstag/ 1997-11-01

India-Tour 1997

Delhi -> Paris -> Nürnberg

Die letzte Nach war  die schlimmste in meinem Leben. Irgend etwas hatte ich nicht vertragen, auf jeden Fall hatte ich schrecklichen Durchfall und Kotzeritis und das auch noch gleichzeitig. Ich wußte aber selbst danach nicht, wie ich mich in dem harten Bett hinlegen sollte.

 
Um 8.30 Uhr klingelte der Wecker, da um 9.30 Uhr Niritsch uns zur Sight-Seeing abholen wollte. Bis wir endlich fertig waren, war es fast 10 Uhr. Die anderen wollten Frühstücken und ich zum Optiker, um eine Schraube für meine Brille zu besorgen. Die Reparatur dauerte 15 Minuten und kostete 25 RP.

Danach quetschten wir uns alle in Niritsch Auto und fuhren noch mal zum Anwesen des Präsidenten, zum India Gate und danach zum Indira Gandhi Museum.

 
Am beeindruckendsten fand ich den Sari mit den Einschußlöchern, den Indira trug, als sie 1984 von ihren Leibwächtern in ihrem Garten erschossen wurde. Ansonsten waren in dem Museum hauptsächlich Fotos aus Indiras Regierungszeit ausgestellt. In dem Teil, wo Rajiv Gandhi mit seiner Familie wohnte war auch seine Kleidung ausgestellt, die er beim Bombenattentat 1990 trug. Turnschuhe und ein total zerfetztes Hemd mit Hose.

 
Anschließend fuhren wir zum Gandhi Museum. Man sah sein Schlafzimmer, sein Leben, welches in Form von Puppenhäusern nachgestellt war. Die Fußspuren im Garten bis zu der Stelle, wo er 1948 erschossen wurde, waren schon bemerkenswert und ich hatte ein ganz komisches Gefühl im Bauch, als ich auf seinen Fußspuren lief. Ist schon irgendwie merkwürdig, daß 3 Regierungsmitglieder in der gleichen Gegend umgebracht wurden. Nach den Museumsbesuchen holten wir Niritsch Schwägerin ab, die dann mit uns Gewürze, Tee und Süßigkeiten kaufte. 7 Leute in einem Auto und dann noch das Verkehrschaos. Ich bewunderte Niritsch starke Nerven.

 
Gegen 13 Uhr waren wir wieder im Guest House. Die Bernds und ich wollten uns noch Indiens größte Moschee Jama Masjid in Old Delhi anschauen. Wir mieteten eine Rikscha und ließen uns hinfahren. Kurz vor dem Tempel kamen wir durch das Marktviertel schlechthin. Metzgereien, in denen Ziegen, Hühner, Schafe, Fische auf der Straße geschlachtet wurden, üble Gerüche hingen in der Luft, es herrschte das volle Chaos, weil alle durcheinanderliefen und durcheinanderschrien.
Die Moschee fanden wir etwas langweilig. Jede Menge Leute, aber sonst nichts besonderes. Wir ließen uns von der Menschenmasse zum Red Fort hinüberschieben. Am ekligsten fand ich ein Pissoir, wo die Flüssigkeit auf die Straße lief und die Leute ihre Stände mitten in dieser Lache aufgestellt hatten und munter darin umherwateten und uns ihre Sachen anboten. Obwohl der Eintritt im Fort nur 2 RP kostete, besichtigten wir es nicht, da wir für heute völlig genug hatten. Von einer Rikscha ließen wir uns für 30 RP zu unserem Guesthouse zurückfahren. Bernd brach dann noch einen Streit vom Zaun, da der Fahrer plötzlich 35 RP wollte, aber ohne uns.

 
Nach einer Erholungspause spazierten wir zum Government Einkaufscenter. Dort war es ganz lustig, da wir hier die Preise vergleichen konnten für die Dinge, die wir unterwegs gekauft hatten. Auf dem Rückweg schlenderten wir durch den Janpath-Bazar, wo wir noch ein paar Rupees ausgaben. Über 30 Minuten lang wurden wir von einem besonders hartnäckigen Bongoverkäufer verfolgt. Den Rest der Zeit verbrachten wir im "Wohnzimmer" unseres Guesthouses mit einem Deutschen namens Sven aus Saarbrücken. Eigentlich finde ich es sehr schön, daß wir heute zurückfliegen, vor allem, da es mir gesundheitlich absolut mies geht.

 
Um 22 Uhr sollten wir eigentlich am Check-In Schalter stehen, um 21 Uhr war noch nicht mal unser Taxi da. Um 22.15 Uhr tauchte der Fahrer endlich auf. Es war wieder so eine Art Prepaid-System für 275 RP. Plötzlich fiel ihm ein, daß er unbedingt die Quittung haben möchte. Also fing jeder zu Suchen an, aber da es draußen schon dunkel war, hatten wir einige Mühe, überhaupt etwas zu sehen, geschweige denn, so einen Zettel zu finden. Nach 10 Minuten verlor ich die Geduld. Ich sagte dem Taxifahrer, daß die im Guesthouse auf jeden Fall eine Kopie hätten, wir auf jeden Fall bezahlt hätten und wenn er unbedingt auf die blöde Quittung bestehen würde, dann solle er hinaufgehen und sich die Kopie holen. Auf einmal ging es auch ohne Quittung und wir konnten endlich um 22.30 Uhr Richtung Flughafen fahren.

Beim Aussteigen besaß der Fahrer auch noch die Frechheit, 200 RP für Service zu verlangen. Dabei hatten wir unser Gepäck selber in den Kofferraum geladen, während er oben mit den Guesthouse-Besitzern geratscht hatte. Von wegen Service ! Wir gaben ihm 20 RP und ließen ihn stehen.

 
Wir suchten unseren Check-In Schalter, zahlten die 750 RP Flughafensteuer und konnten unser Gepäck endlich Einchecken. Vor dem Check-In befand sich eine Kotzlache. Bei dem Anblick drehte sich mir der Magen um, da es mir selber auch nicht gerade blendend ging. Ein Aufwischer verteilte dann die Bröckelchen gleichmäßig über den ganzen Boden. Zum Glück waren wir zu dem Zeitpunkt mit dem Einchecken fertig. Die Paßkontrolle dauerte auch übermäßig lange, so lange, daß es ein kleines Mädchen nicht mehr zur Toilette schaffte und in die Hose machte. Nun befand sich vor dem Kontrolleur eine Pfütze, aber ich hatte überhaupt kein Mitleid mit ihm, denn was muß er die Frau auch so lange aufhalten, 10 Stempel machen und 100 Sachen fragen. Die restliche Zeit bis 1.30 Uhr verbrachten wir mit Dösen, Warten und Kaffetrinken.

 


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