13.Tag/ Donnerstag/ 1997-10-30

India-Tour 1997

Agra

Unser Hotel Sheela liegt wirklich total nah am Taj Mahal. Man geht raus zum Hof, bringt einen Spießrutenlauf durch die Händler und Geschäftsbesitzer hinter sich und nach ca. 100 Meter steht man vor dem Eingang des Taj Mahal.
Nach einem ausgiebigen Frühstück (French Toast, Müsli, 6 Spiegeleier, Tee, Omelette usw.) - ich glaube, es hat noch nie jemand in diesem Hotel so viel bestellt wie wir, denn der Tisch war viel zu klein - machten wir uns auf den Weg ins Taj Mahal. Der Eintritt für das Taj Mahal beträgt nur 15 RP. Man geht durch ein rotes Tor und steht vor dem Wunderwerk. In der Mittagssonne sah das Taj Mahal absolut beeindruckend aus, als das weiße Marmor in der Sonne ganz hell schimmerte. Das Taj Mahal wurde von Kaiser Shah Jahan 1631-1651 nach dem Tod seiner Lieblingsfrau Mumtaz Mahal gebaut, die mit 38 Jahren bei der Geburt ihres 14. Kindes starb. Die Spitze ist 74 Meter hoch. Im Inneren stehen zwei Marmorsärge: ein kleiner von Mumtaz und ein größerer von Shah Jahan. Bevor man die Grabkammer betritt, muß man natürlich die Schuhe ausziehen oder man bekommt so komische Überschuhe übergestülpt. Um das Hauptbauwerk stehen vier 42 Meter hohe Minarette und rechts und links jeweils eine Moschee. Auf der Rückseite befindet sich der Fluß Yamuna, von wo man auch einen schönen Blick auf das Red Fort hat, welches wir aber nicht besichtigten, da wir zum Sonnenuntergang nochmal ins Taj Mahal wollten. Die Zeremonie im Taj Mahal war auch lustig: Man bekommt eine Blume in die Hand gedrückt, riecht daran, wirft sie auf die Särge, dann demonstriert der Typ die Akustik, indem er zwei laute Töne von sich gibt, man zahlt ein paar Rupees und die nächsten kommen dran. Wenn keiner hinsieht, sammelt er die Blumen aber immer wieder ein, um welche für die nächsten Besucher bereit zu haben. Der Anblick, wenn sich das Taj Mahal in den Brunnen davor spiegelt ist auch genial. Alles wirkt hier so unwirklich.

 
Außen wurden wir von ein paar Indern gefragt, ob sie uns fotografieren dürfen. Alles in allem waren wir total beeindruckt von dem Taj Mahal, von der Sauberkeit, dem Strahlen, der Parkanlage usw.

 
Nach ca. 2 Stunden kehrten wir zum Hotel zurück. Vorher mußten wir allerdings ein paar Souvenirläden angucken. Bei Sonnenaufgang und -untergang kostet es 105 RP Eintritt erfuhren wir.

Um 15.30 Uhr gingen wir noch einmal zum Taj Mahal, um den Sonnenuntergang zu sehen, denn bis 16 Uhr kostete es nur 15 RP. Vorher aß ich in unserem Hotel ein paar Bananenfritters (Köstlich).

 
Vor dem Eingang des Taj Mahals hatte sich eine riesige Menschenschlange gebildet. Jeder mußte seinen Rucksack öffnen, da man vieles nicht mit hineinnehmen darf (z.B. Metallgegenstände, Zigaretten, Feuerzeuge usw.) Die Zeit bis zum Sonnenuntergang überbrückten wir mit Spazierengehen in dem schönen Garten vor dem Taj Mahal. In den Bäumen gibt es sogar grüne Papageien. Wir besuchten auch das Museum. Leider will immer jeder gleich Geld, wenn er einem etwas erklärt, obwohl man gar nichts erklärt haben will.

 
Der Sonnenuntergang war leider nicht so toll wie erwartet. Wir blieben bis zur völligen Dunkelheit. Bis 19 Uhr hat das Taj Mahal geöffnet. Danach wollten wir eigentlich im Hotel Abendessen, aber da Diwali war, ging das nicht. Also gingen wir mit den anderen beiden Deutschen Sascha und Andrea, die wir bereits heute Nachmittag kennengelernt hatten ein paar Straßen weiter zum Essen. Im Restaurant fiel desöfteren der Strom aus und man saß im Dunkeln. Eigentlich gab es wegen Diwali kein Bier, aber man bot uns an für 70 RP (10 RP mehr als sonst) trotzdem Bier serviert zu bekommen, mit der Voraussetzung, daß wir die Flaschen unter dem Tisch stehen ließen. Wir tauschten Reiseerfahrungen aus und Sascha und Andrea erzählten uns einiges über ihren Beruf im Jugendamt. Kurz vor 22 Uhr machten wir uns auf den Rückweg, da erstens das Essen dort nicht so toll war und zweitens wir morgen um 6 Uhr aufstehen wollten, um den Sonnenaufgang am Taj Mahal zu erleben.

 


Pushkar (André und Dieter)

Heute ist "Diwali" (Festival of Lights). Hintergrund ist, daß Lord Rama nach 14 Jahren wieder in seine Heimatstadt zurückkehren durfte. Zur Begrüßung wurden tausende von Kerzen angezündet. Auch heute noch werden Teelichter auf kleinen Tonschalen auf dem See ausgesetzt. Ansonsten ist Diwali wie bei uns Silvester. An allen Ecken knallen schon tagsüber Kracher und Raketen, nur krachts hier lauter als bei uns. Zu gern würden wir das Diwali-Fest noch in Pushkar erleben, aber der Bus nach Delhi ist bereits gebucht.
 

Am Nachmittag ließen wir uns noch darauf ein, von einem Brahmanen eine Weissagung aus dem tibetischen Totenbuch zu empfangen. Doch der "Heilige" war schon so verpeilt, daß er nicht schnallte, was wir sagten, er aber auch uns nichts besonderes mitzuteilen hatte. Naja, wieder ´ne Erfahrung.
 

Nach Einbruch der Dunkelheit knallte es immer mehr und die Echos der Knaller hüpften förmlich zwischen den Bergen hin und her. Ein großes Fest warf seine Schatten voraus, doch wir mußten zum Bus. Schade. Doch wir sind am nächsten Tag mit den beiden Bernds und Birgit im "Janpath Guesthouse" (New Delhi) verabredet.


INDIA-Tour - Übersicht weiter zur nächsten Seite