10.Tag/ Montag/ 1997-10-27

India-Tour 1997

Die Wüste bei Jaisalmer

Gegen 7 Uhr wurde ich von höllischem Lärm geweckt. Autos, Kamele, Leute usw.. Ich setzte mich auf den gemauerten Wassertank und beobachtete den Sonnenaufgang. Ich glaube, ich war die einzige, die etwas davon mitbekam, denn die anderen schliefen alle noch. Am schönsten sah es aus, als die Sonne ein kleines Stück hinter den Sanddünen vorspitzte, aber irgendwie hatte ich mir einen Sonnenaufgang in der Wüste atemberaubender vorgestellt. Ungefähr 50 km entfernt liegt Pakistan. Leider ist die Grenze unpassierbar.

 
Kurz nach 8 Uhr waren alle wach und es gab Frühstück: Chai, Toast, Marmelade, Kekse, Eier und Bananen. Nach dem Frühstück war noch ein Kamelritt angesagt. Vorher wollte Haiyat noch unbedingt meine Adresse haben. Er ist 25, sieht aber aus wie 40.


Das Kamelreiten war super. Endlich waren wir mal etwas abseits von allen anderen Touristen und wir hatten die Wüste, leider auch die geteerte Straße, an der wir in Abstand von ca. 50 Meter entlang ritten, für uns alleine. Aber so eine richtige Wüste ist das gar nicht, da überall Pflanzen wachsen. Sogar eine wilde Kamelfamilie sahen wir. Das Junge war total süß und zutraulich. Nach ca. einer Stunde erreichten wir unseren Jeep. Galoppreiten ist zwar super, schmerzt aber auch am meisten. Ich ritt wieder auf Radio und der Abschied fiel mir sehr schwer. Kamele können bis zu 20 Jahre alt werden, aber 15 Jahre dienen sie nur als Nutztiere. Kamele schlafen nachts nur ein bis zwei Stunden, indem sie den Kopf in den Sand legen, die restliche Zeit verbringen sie mit Wiederkäuen. Jedes Kamel trug eine Halskette.

 
Ca. 25 km fuhren wir mit dem Jeep aus der Wüste nach Jaisalmer zurück. Auf der Heimfahrt beschwerten wir uns, daß wir nur ein paar Meter in die Wüste geritten wären. Man klärte uns auf, daß das seit einiger Zeit von der Regierung so vorgeschrieben wäre, damit die Umwelt nicht so verschmutzt würde. Denn zu dem Sunset Point würden immer so viele Touristen kommen, die ihren Abfall hinwerfen, hinpissen usw. und durch die Konzentrierung der Menschen auf einige wenige Gegenden in der Wüste wollte man die restliche Wüste schützen. André und Dieter mußten gestern sogar 5 RP für die Reinigung der Dünen zahlen. Zuerst dachte ich, daß das ein Scherz wäre, aber als sie mir ihr Ticket zeigten, stand das wirklich drauf.

 
Kurz vor Jaisalmer kamen wir in eine Polizeikontrolle. In Indien gibt es zwar auch Führerscheine, aber wenn man den Polizisten ein paar hundert Rupies zahlt oder ihnen andere Vergünstigungen anbietet, darf man unbehelligt weiterfahren. Gegen 11 Uhr erreichten wir unser Hotel. Man gab uns ein Zimmer, wo wir Duschen konnten. Wir relaxten ein bißchen und setzten uns auf die Terrasse zum Essen. Auf weitere Besichtigungstouren in Jaisalmer legte ich keinen gesteigerten Wert mehr.


Um 17 Uhr fuhr der Bus nach Jaipiur. Von Donna, der Amerikanerin bekam ich Adressen für Guesthouses.
Natürlich stand kurz vor 17 Uhr kein Jeep des Hotels Henna wie versprochen zur Verfügung, so daß wir uns zwei Rikschas für jeweils 20 RP nehmen mußten. Dann fuhr uns der Rikscha-Fahrer auch noch zur verkehrten Bushaltestelle und wir mußten mit unseren Rucksäcken noch ein Stückchen laufen. 5 Minuten vor 17 Uhr erreichten wir den Bus. 25 RP mußten wir für die Gepäckaufbewahrung im Kofferraum zahlen. Eigentlich hätten wir eher 25 RP von denen für die Reinigung unserer Rucksäcke verlangen sollen, denn jedes Mal, wenn wir sie aus dem Kofferraum laden, sind sie noch schmutziger als vorher. Diesmal fuhren zwei Schwedinnen mit, die in Ajmer zusammen mit André und Dieter aussteigen wollten, um weiter nach Pushkar zu fahren. Dafür stieg in Ajmer ein übelriechender, fetter Inder ein. Leider hatten wir noch mindestens 5 Stunden Fahrt vor uns.

 

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