1.Tag/ Samstag/ 1997-10-18

India-Tour 1997

Nürnberg -> Paris

Um 5 Uhr wollte Bernd H. eigentlich vorbeikommen, um uns zum Nürnberger Flughafen mitzunehmen. Allerdings wurde daraus 5.30 Uhr und wir (Bernd S. und ich) gerieten schon leicht in Panik, ob er es sich in letzter Sekunde nicht doch noch anders überlegt hätte und lieber 2 Wochen zu Hause bleiben wollte. Aber trotz allem waren wir um 6 Uhr am Flughafen, wo Dieter und Andrè erst seit 10 Minuten auf uns warteten. Nach einem Croissant und eine Tasse Kaffee gingen wir zum Check-In Schalter. Alles lief nach Plan.

 
Um 7.05 Uhr startete unser Flugzeug nach Paris. Der Flug dauerte nur 70 Minuten und es war ganz schön stressig, in der kurzen Zeit Getränke, Frühstück, Croissant, Schokolade usw.  zu schaffen.

 
Am Charles de Gaulle Flughafen hätten wir eigentlich 1,5 Stunden Aufenthalt gehabt, aber trotzdem begaben wir uns sofort zum Check-In für Bombay. Dort erlebten wir dann die 1. Überraschung. Wir erfuhren, daß wir auf der Warteliste standen und es noch nicht sicher wäre, ob wir heute überhaupt nach Bombay fliegen würden. Toll! Wir regten uns furchtbar auf, sagten, daß wir schon 3 Monate im voraus gebucht hätten, aber der Monsieur am Check-In, der zumindest Englisch sprach,  vertröstete uns und meinte, daß wir in 30 Minuten wieder kommen sollten, dann könnte er uns mehr sagen. Zumindest gab er uns als Trostpflaster einen Getränkegutschein.

 
Nach 30 Minuten standen wir jedoch wieder auf der Matte, aber schon allein sein Blick genügte, um uns zu sagen, daß wir heute nicht mehr nach Bombay kommen würden, sondern einen Tag in Paris hätten. Das Los teilten noch vier Inder mit uns.

Es dauerte eine Zeit, bis wir das mit dem Hotel, Bus-Shuttle, Overnight-Kit usw. geregelt hatten, denn an unser Gepäck kamen wir leider nicht mehr ran. Zu unserer großen Freude bekam jeder von uns 2000 France (= 600 DM) von der Air-France als Taschengeld und als wir auch noch unseren Rückflug um zwei Tage nach hinten verlegen konnten, waren wir hellauf begeistert und beschlossen, in Zukunft nur noch auf Warteliste zu fliegen. Vive l' Air France!!!

 
Unser Hotel war große Klasse und wir wurden mit einem Bus-Shuttle direkt vor die Tür gebracht. Nach einem ausgiebigen Lunch, wobei wir gegen jegliche Etiquette verstießen (Welcher Wein in welchen Gläsern? Welches Besteck zu welchem Essen?), beschlossen die Bernds und ich, Paris unsicher zu machen. André und Dieter wollten lieber schlafen, da sie die Nacht vorher durchgemacht hatten. Leider hatte Bernd S. die ganze Zeit Nasenbluten. Er tat mir schon ganz leid. Dafür hatte Bernd H. seit dem Flugzeugstart Probleme mit seinem rechten Ohr.

 
Am Gare du Nord bzw. kurz vorher kauften wir uns ein Tagesticket für 100 France und konnten damit in ganz Paris mit U-Bahnen, Bussen usw. herumfahren. Zuerst besichtigten wir Notre Dame, leider nur von außen, da eine riesige Menschenmenge davorstand und reinwollte. Außerdem war das Wetter einfach traumhaft, so daß es wir fast als Verschwendung ansahen, in irgendein Gebäude zu gehen. Nach Notre Dame mußten wir dringend unsere Taschentüchervorräte auffrischen, also stürzte ich mich in das wahrscheinlich exklusivste und nobelste Geschäft in ganz Paris. Das war aber so exklusiv, daß ich erst nach zweimal nachfragen und ein paar hilflosen "Je ne sais pas" schließlich dann doch eine Zehnerpackung Taschentücher für 15 France ergatterte.

 
Dann ging es weiter zum Louvre mit seinen Glaspyramiden. Den schauten wir aus Zeitgründen auch nur von außen an. Danach wollten die Bernds zu einem Arzt wegen ihren Leiden, aber als wir endlich einen fanden, schickte man uns zu einem anderen Arzt.  Also liefen wir weiter zu dem berühmten Obelisken, der direkt vor dem Arc de Triomph zu stehen scheint.Dazwischen erstreckt sich die Champs Elycee. Wir liefen ewig. Mir taten schon die Füße weh und auch über die kleinen Teiche mit Stühlen außenrum konnte ich mich nicht freuen. Endlich erreichten wir den Arc de Triomph. Und wen sahen wir dort? Zwei indische Leidensgenossen vom Hotel. Wir kamen gleich ins Gespräch und beschlossen, unsere Sight Seeing Tour zusammen fortzusetzen. Wenn schon nicht Indien, dann wenigstens Sight Seeing in Paris mit 2 Indern. Sie scheinen beide zu den wohlhabenderen Indern zu gehören. Krishnamuthy arbeitet bei der Firma KSB-Pumpen und war geschäftlich in Pegnitz. Uhma studierte Landwirtschaft und war auf einem Kongreß in Frankreich. Beide sind verheiratet. Krishnamuthy hat einen Sohn und Uhma eine 7jährige Tochter. Allerdings hatte ich manchmal ein bißchen Schwierigkeiten, beide zu verstehen.

 
Wir fuhren gemeinsam zum Eifel-Turm. Leider konnte man nach 6 Uhr nicht mehr zu Fuß nach oben gehen, nur mit dem Lift. Dummerweise standen auch da wieder jede Menge Leute an. Am Eifel-Turm ist eine Leuchtanzeige mit der Anzahl der Tage bis zum Jahr 2000 angebracht. 805 Tage noch! Das hätte schon was, wenn wir Silvester dort verbringen könnten. Wir gingen zum gegenüberliegenden Marine-Museum, da man von dort eine Super-Sicht auf den Eifel-Turm hatte. Nach ein paar gemeinsamen Fotos und dem Lauschen der Trommelklänge in der Abenddämmerung wollten wir eigentlich zum Hotel zurück, aber Uhma sah in der U-Bahn die Station Rue Montmartre und so fuhren wir spontan dorthin. Allerdings war ich vom Montmartre sehr enttäuscht. Keiner Maler und Künstler, sondern nur Geschäfte und Restaurants.

 

Nach einem kurzen Zwischenstop in einer Apotheke und einem Gespräch mit einem netten Postkartenverkäufer ("Madame, your hand tastes to chocolate") fuhren wir zum Hotel zurück. Mittlerweile war es schon 9 Uhr. Wir gingen sofort zum Abendessen und setzten uns an einem 7er-Tisch, um unser interessantes Gespräch  mit Krishnamuthy und Uhma fortzusetzen. Dieter und André hatten bis jetzt geschlafen. Leider vergaßen die Bedienungen unser Dessert, so daß wir bis fast bis 11 Uhr im Restaurant saßen. Im Zimmer schrieb ich schnell ein paar Postkarten und schlief dann gegen 12 Uhr ein. Vorher fiel mir aber noch ein, daß wir ja gar keinen Wecker hatten, so daß ich noch mal in die Rezeption tapste und uns einen Weckruf für 6.45 Uhr bestellte. Einen Weckruf hätte ich auch ganz einfach mit dem Fernseher und der Fernbedienung eingeben können, aber das erzählte mir Dieter erst am nächsten Tag...

 


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